Presseartikel aus ARD Börse vom 30.11.2005.
Wallstreet-Online Capital feiert Börsendebüt
 
Die Tochter des Portalbetreibers Wallstreet-Online ist heute im Frankfurter Freiverkehr in ihr Börsenleben gestartet. Die Titel begannen bei 19,91 Euro den Handel und legten rund elf Prozent zu.
 
Die Titel begannen ihr Börsenleben über ein so genanntes "Listing", also über eine bloße Notierungsaufnahme. Von den 464.750 Aktien der Gesellschaft werden künftig zwölf Prozent im Streubesitz sein. Sie stammen aus dem Bestand der Altaktionäre, im wesentlichen von André Kolbinger. Der Großaktionär wird weiterhin mit 73 Prozent beteiligt bleiben. Etwa 15 Prozent der Anteile hält das Management.
 
Das Unternehmen vermittelt seit 2004 Fonds über seine Internetsite "fondsdiscount.de". Kunden können die mehr als 6.000 klassischen Investmentfonds zum Großteil ohne Ausgabeaufschlag erwerben. Mit hohen Rabatten werden zudem Hedge-Fonds sowie geschlossene Fonds in den Bereichen Schiffsbeteiligungen, Private Equity und Immobilien angeboten.
 
Hohes Wachstumspotenzial
 
Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen ein Fondsvolumen von 6,2 Millionen Euro vermittelt. In diesem Jahr waren es bis Ende Oktober bereits 21,8 Millionen Euro. In den kommenden vier Jahren soll sich Trend fortsetzen.
 
 
Wallstreet-Online Capital sieht ein enormes Potenzial. Denn von den rund 12 Millionen Anlegern, die in Investmentfonds investieren, ordern derzeit noch 95 Prozent über ihre klassische Hausbank, über Makler oder Versicherer. Dabei nehmen Investoren einen erheblichen Ausgabeaufschlag in Kauf, der zwischen einem und fünf Prozent betragen kann. Erst ein Prozent der Fondsanleger kauft seine Investmentfonds online. Laut einer Studie des BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) wird dieser Anteil bis zum Jahr 2010 auf vier Prozent ansteigen.
 
Wallstreet-Online Capital sieht sich durch die Anbindung an das Finanzportal Wallstreet-Online der Muttergesellschaft gut gerüstet. Mehr als 100.000 finanzinteressierte Nutzer greifen pro Monat auf die Webseite zu. Die Plattform verbuchte im November mehr als 42 Millionen Seitenabrufe und ist damit nach Onvista.de die zweitgrößte Finanz-Website in Deutschland.
 
Börsengang von w:o in 2006?
 
Im nächsten Jahr könnte auch Wallstreet-Online selbst an die Börse gehen. Mehrheitsaktionär André Kolbinger bestätigte, dass es im Hause bereits "erste Überlegungen" in diese Richtung gäbe. Der Börsenstart stünde aber frühestens im zweiten Quartal nächsten Jahres statt.