Angestrebt
ist eine Aufnahme in den Entry Standard, dem Nachfolgesegment des Neuen Marktes.
Und wie damals zu Neuer-Markt-Zeiten folgt der Ankündigung des Aufstiegs in das
Segment ein kräftiger Kursschub.
Dementsprechend können auch die Aktionäre eines weiteren originellen Titels auf dem Kurszettel auf eine Rallye hoffen. Denn die Shareholder Value AG soll angeblich am kommenden Montag den Wechsel in den Entry Standard ankündigen. Und das könnte den Aktienkurs, der sich seit 2003 bereits mehr als verdoppelt hat, weiter nach oben treiben.
Hinter dem Unternehmen versteckt sich ein ehemaliger Aktienclub, der Mitte der 80er Jahre gegründet wurde und 2001 an die Börse marschierte. Vor rund 20 Jahren gründete Günther Weisspfenning, zu diesem Zeitpunkt Direktor bei der einer großen deutschen Bank, den Anlegerclub "R 3000". Jeder der Gründer zahlte 3000 Mark ein, mit dem Ziel das Geld durch Aktieninvestments zu mehren. Das klappte ganz ordentlich. Nach eigenen Angaben wurden 32 000 Prozent Rendite wurde seitdem vom Club erwirtschaftet. Grund genug nach höheren Kapitalmarktweihen zu streben. Das Portfolio klingt banal aber erfolgverspreechend. Neben bodenständigen Investments wie Adolf Ahlers oder WMF mischt die Hessentruppe gern auch bei Squeeze Out Spekulationen mit und schafft sich durch ihre zähe Verhandlungstaktik dabei nicht immer nur Freunde. "Die kollabierenden deutschen Aktienmärkte waren natürlich nicht gerade das beste Umfeld für den Start in unser Börsenleben in 2001", sagt Weisspfenning. Nach Anfangsjahren in einem Büro mit Hinterhofflair in der Frankfurter Vorstadt können die Ex-Investmentcluber jetzt auf die Bankentürme blicken.
Otto-Normal-Anleger sollten dabei jedoch beachten, daß die Titel im Open Market sehr schwankungsfreudig sind und daß sie in wenig regulierte Unternehmen investieren. Auch wenn der Entry Standard höhere Transparenzanforderungen an die Unternehmen stellt, handelt es sich auch hier um hochspekulative Investments, die nur für erfahrene Anleger geeignet. Für viele Anleger dürfte es daher lukrativer sein, statt selber anzulegen und in weitgehend unbekannte kleine Titel zu investieren, mit ihrer Briefmarken- oder Münzsammlung selber an die Börse zu streben.