Presseartikel aus Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19.02.2006.
 
Fünf Prozent Gebühr sparen
 
Rund zehn Millionen Anleger investieren regelmäßig in Fonds. Dabei bezahlen sie bis zu fünf Prozent Gebühren, die der jeweilige Vermittler in seine Tasche steckt. Ausgabeaufschlag heißt das in der Fondssprache.
 
Das ist sozusagen die Entlohnung für eine Beratung in der Bank oder durch den Vertreter. Viele Anleger brauchen jedoch gar keine Ratschläge, weil sie schon wissen, was sie kaufen wollen. Trotzdem zahlen sie die relativ üppige Gebühr.
 
Oft 100 Prozent Rabatt
 
Es geht auch günstiger. In der Bank könnten Anleger versuchen, dem Berater ein paar Prozent abzuhandeln. Im Internet gibt es sogar mittlerweile jede Menge Anbieter, die fast alle Fonds gebührenfrei anbieten. Wer in der Suchmaschine von Google „Fonds ohne Ausgabeaufschlag” eingibt, landet jede Menge Treffer. Die meisten deutschen Investmentfonds gibt es bei den Discountern mit 100 Prozent Rabatt, einige wenige mit 50, 70 oder 85 Prozent Preisnachlaß. Das lohnt sich, denn je nach Renditeerwartung macht das die Wertentwicklung eines ganzen Jahres aus.
 
 
Beratung woanders herholen
 
Beratung gibt es bei der Schnäppchenjagd im Netz nicht. Die aber könnte sich der clevere Anleger anderswo herholen. Beim Kauf über das Internet sollte man dabei auf das Kleingedruckte achten, rät Hans-Joachim Bischoff von der Wallstreet-Online Capital AG. Das lohne sich insbesondere bei geschlossenen Fonds. Während nahezu alle Fondsdiscounter die gleiche Bandbreite anböten, sei die Rückerstattung des Ausgabeaufschlags unterschiedlich geregelt. Manche zahlen bei Zeichnung, andere erst nach einigen Monaten.
 
Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, hat die Wallstreet-Online-Plattform Fondsdiscount sich zudem von der Finanzaufsicht Bafin freiwillig lizenzieren lassen - nach den Erkenntnissen von Bischoff als einzige. Solch eine Lizenz brauchen Anbieter, wenn sie Hedge-Fonds vertreiben wollen.